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Studie: Fensterwerkstoffe im Vergleich


19.5.2015, Wien:

bauXund und M.O.O.CON haben die Potenzialanalyse „Fensterwerkstoffe im Vergleich: Lebenszykluskosten und Ökobilanz im Wohnbau“ durchgeführt, die heute vorgestellt wurde.

Mittels LZK-Toolöko,einem von den drei Partnerunternehmen Moocon GmbH, e7 Energiemarktanalyse und bauxund forschung und beratung gmbh gemeinsam entwickelten Tool zur Berechnung von Lebenszykluskosten und -umweltwirkungen in einer frühen Planungsphase wurden die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen der unterschiedlichen Fensterelemente berechnet.

Ein zentrales Ergebnis dieser Studie ist, dass Alu-Fenster bei Betrachtung über einen langen Zeitraum im Vergleich zu anderen Fenstern weniger Kosten verursachen und die Umwelt in einem geringeren Ausmaß belasten.

Der entscheidende Grund für das gute Abschneiden dieser Systeme ist ihre lange Lebensdauer, da sich diese bei entsprechend langem Betrachtungszeitraum positiv auswirkt.

Im Rahmen der Analyse wurden drei Szenarien untersucht. Das Langfrist-Szenario geht von einer 60-jährigen Lebensdauer aus, was für Alu-Fenster technisch möglich ist. Weiters wurden ein kurzfristiges, sowie ein Szenario auf Basis von Mittelwerten aus der Fachliteratur überprüft. Es zeigt sich, dass auf Grund ihrer höheren Lebensdauer und der geringen Wartungsansprüche Alu-Fenster  auf lange Sicht nicht nur einen entscheidenden Kostenvorteil bringen, sondern auch weniger die Umwelt belasten, als Fenster, die innerhalb des Betrachtungszeitraums öfter getauscht werden müssen.

Beauftragt wurde die Potenzialanalyse vom AFI (Aluminium-Fenster-Institut) und AMFT (Arbeitsgemeinschaft der Hersteller von Metall-Fenster/Türen/Tore/Fassaden in der WKO).

Alu-Fenster rechnen sich auf Dauer

Da Fenster einen bedeutenden Kostenbestandteil im Wohnbau darstellen, lohnt sich ein Blick nicht nur auf die Erstinvestition, sondern auf alle im gesamten Lebenslauf anfallenden Aufwendungen. Aufgrund der hohen technisch möglichen Lebensdauer von Alu-Fenstern wird im langfristigen Szenario davon ausgegangen, dass in einem Betrachtungszeitraum von 60 Jahren nur eine einmalige Investition zu tätigen ist, während bei allen anderen Fenstertypen zumindest ein zusätzlicher Fenstertausch vorgenommen werden muss. Der Anteil an den Lebenszykluskosten des Gebäudes erhöht sich dementsprechend. Im Vergleich dazu sinkt dieser bei Alu-Fenstern: Er geht von 8 auf 3,8 Prozent deutlich zurück und stellt damit den absolut geringsten Fenster-Kostenanteil dar.

Abbildung 1: Verlauf der Lebenszykluskosten und prozentualer Anteil der Fenster an Lebenszykluskosten des Gesamtgebäudes entsprechend langfristiger Betrachtung über 60 Jahre.

Zur Bestätigung der Annahme der langen Lebensdauer von Alu-Fenstern existieren mehr Angaben in der Literatur als über Fenster anderer Werkstoffe. Obendrein weisen die Ergebnisse von Alu-Fenster eine deutlich geringere Bandbreite als jene von anderen Fenstertypen auf. Somit gilt diese Annahme als plausibel.

Abbildung 2: Übersicht Lebensdauerangaben entsprechend unterschiedlicher Literaturquellen

Ökobilanz: Alu-Fenster überzeugen

Die Untersuchung der ökologischen Auswirkungen erfolgt mittels Ökobilanzberechnung. Es zeigt sich, dass gerade im Wohnbau mit einem durchschnittlich eher geringen Fensterflächenanteil von 20 bis 30 Prozent der Einfluss des Rahmenmaterials der Fenster auf die Gesamtgebäudebilanz von untergeordneter Bedeutung ist. Den mit Abstand größten Einfluss auf die Ökobilanz haben jene Umweltwirkungen, welche durch die im Gebäudebetrieb anfallenden Energieverbräuche hervorgerufen werden.

Durch den lebenszyklischen Ansatz, welcher sowohl die Phasen der Herstellung, der Nutzung als auch der Entsorgung berücksichtigt, kommt es in der langfristigen Betrachtung zu einem überraschenden Ergebnis: Hinsichtlich der untersuchten Wirkkategorien Ozonbildungs-, Versauerungs- und Treibhauspotenzial sowie Primärenergiebedarf weist das Aluminiumfenster die geringsten Auswirkungen auf. Dies kommt vor allem daher, dass das Grundmaterial Aluminium nach einer langen Lebensdauer einem hochwertigen stofflichen Recycling zugeführt werden kann.

Andere Fensterrahmenmaterialien sind zwar in der Phase der Herstellung durch einen zunächst geringeren Energiebedarf weniger umweltwirksam, letztendlich schlagen sich jedoch Faktoren wie niedrigere Gutschriften aus Materialrückgewinnung oder eine energieintensive thermische Verwertung am Ende ihres Lebensweges negativ in deren Ökobilanz nieder.

Für die Profilsysteme Schüco und Hueck wurde der Umgang mit Recyclingaluminium hinterfragt und bestätigt, dass die in Österreich verfügbaren Aluminiumprofile dieser Hersteller einen Recyclinganteil von bis zu 80 Prozent haben.

Die Bewertung der Materialien bezieht sich immer nur auf die untersuchten Wirkkategorien, eine Ökobilanz stellt keine umfassende ökologische Beurteilung dar.

Abbildung 3: Anteil der Umweltwirkungen der transparenten Elemente am Gesamtgebäude im langfristigen Szenario

Realistische Betrachtungsweise 

Verglichen wurden in der Analyse die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale von Aluminium-, Holz-Aluminium-, Holz-, Kunststoff- und Kunststoff-Aluminiumfenstern im Wohnbau innerhalb unterschiedlicher, für Wohngebäude kalkulatorisch interessanter Anwendungszeiträume. Dabei wurden nicht - wie meist üblich - nur die Investitionskosten und die bei der Herstellung entstehenden Umweltwirkungen betrachtet. Vielmehr flossen die gesamten finanziellen und ökobilanzbezogenen Auswirkungen unterschiedlicher Fenstermaterialien über den gesamten Gebäude-Lebenszyklus in die Betrachtungen ein.

Die in der vorliegenden Potenzialanalyse gewählte umfassende Sichtweise führt im Gegensatz zur reinen Beurteilung des Erstaufwandes zu einer gänzlich anderen Beurteilung sowohl der Kosten als auch der betrachteten Umweltwirkungen. 

Die Autoren als Ansprechpartner:

DI Maria Popp, bauXund forschung und beratung gmbh
Tel.: 01/36070-806
popp@bauxund(punkt)at

DI Linus Waltenberger
M.O.O.CON GmbH
Tel.: 01/ 5326330-0
l.waltenberger@moo-con(punkt)com

Zum Weiterlesen:

>> Download Fensterstudie